Die leise Suche nach dem, was uns trägt
Es gibt unzählige Bücher über das Glück. Doch ich möchte hier nicht darüber schreiben, was die Wissenschaft dazu sagt. Ich möchte einen Gedanken mit dir teilen, der mich in meiner Praxis – und durch die tiefe Philosophie des Qigong – immer wieder berührt.
„Ich will einfach nur wieder glücklich sein.“
Dieser Satz fällt oft in meinen Sitzungen. Er trägt eine so verständliche, tiefe Sehnsucht in sich. Doch wenn ich dann leise frage: „Was bedeutet Glück eigentlich ganz konkret für dich?“, folgt oft ein langes Schweigen. Große, fragende Augen schauen mich an.
Oft wissen wir gar nicht genau, was dieses Glück sein soll. Wir spüren nur, dass es gerade fehlt. Und wir glauben, dass es erst dann wiederkommen darf, wenn im Außen alles „gut“ ist.
Die Bedingungen, die wir stellen
Wir leben in einer Welt, die uns oft suggeriert, dass wir 24 Stunden am Tag glücklich sein müssten. Dass wir immer funktionieren, immer gesund und leistungsfähig sein sollten. Überall begegnen uns Bilder eines vermeintlich idealen Lebens, wie es uns in den Medien oft vorgegaukelt wird. Und oft unbewusst übernehmen wir diesen Anspruch: Wir glauben, perfekt sein zu müssen, um zufrieden sein zu dürfen.
Wir knüpfen unser Glück an harte Bedingungen: „Erst wenn ich wieder alles leisten kann wie früher, bin ich zufrieden.“ „Erst wenn ich in das Bild passe, darf ich mich gut fühlen.“
Aber gehört nicht auch das Leise, das Dunkle, der Verlust – und vielleicht eben auch das Unperfekte – zum Leben dazu? Und nur mal als Gedanke: Wer sagt denn überhaupt, was perfekt ist? Wer legt das fest?
Wenn wir Glück nur als die Abwesenheit von allem Schweren definieren, machen wir uns unendlich abhängig von Umständen, die wir oft gar nicht in der Hand haben.
Manchmal zwingt uns das Leben dann vielleicht auch zum Innehalten, weil wir sonst nicht aufwachen und hinsehen würden.
Mut zur Einfachheit
Ein Wort, das viele Menschen zunächst irritiert, ist „einfach“. Denn einfach ist oft alles andere als leicht.
Hier berührt mich die Philosophie des Qigong sehr tief. Es geht dabei nicht um große Gesten oder spektakuläre Erleuchtungen. Es ist die Erkenntnis, dass das „Wenige“ – oder sogar das „Nichts“ – vollkommen ausreicht.
Ich erinnere mich an einen Moment, in dem es mir körperlich nicht gut ging. Nach meinem alten Muster hätte ich unglücklich sein müssen, weil ich nicht „funktionierte“. Doch durch meine Qigong-Praxis gelang es mir, in diesem Moment einfach nur da zu sein. Es war still. Da war kein „Was wäre wenn…“, kein „Ich muss aber schnell wieder gesund werden“, kein „Das reicht noch nicht“.
Es war einfach nur dieser Moment. Und er war gut, so wie er war. Er musste nicht groß sein, er musste nicht perfekt sein. Er durfte einfach nur sein.
Und genau das ist die Erkenntnis, die ich dir mitgeben möchte: Dass ein Moment gut sein kann, einfach so wie er ist. Auch wenn er still, dunkel oder unperfekt ist. Er muss nichts. Er darf einfach sein.
Die Erlaubnis, einfach nur zu sein
Vielleicht bedeutet Glück gar nicht, dass wir immer strahlen. Vielleicht liegt das Glück in der Erlaubnis, dass das Einfache genug ist.
Wenn wir aufhören, das Glück an Bedingungen zu knüpfen, entsteht ein neuer Raum – eine Stille, die trägt.
Darin liegt eine große Freiheit. Die Freiheit, nicht erst „fertig“ oder „heil“ sein zu müssen, um einen Moment des Friedens zu spüren.
Begleitung auf deinem Weg
Wenn du spürst, dass du dich nach dieser Art von innerer Ruhe sehnst und aus dem ständigen Bewerten aussteigen möchtest, bin ich gerne für dich da.
Lass uns in einem kostenfreien Erstgespräch schauen, wie du deinen ganz eigenen Raum für diese Stille finden kannst.
