Den eigenen Standpunkt in Ruhe erkunden
Das Wort „Wert“ steckt in so vielen alltäglichen Dingen. Wir sprechen ganz selbstverständlich darüber, dass etwas wertvoll ist. Doch machen wir uns eigentlich klar, was für uns persönlich wirklich Wert hat?
In meiner Praxis gibt es in der Therapie einen Punkt, an dem wir genau mit diesen Werten arbeiten. Und sehr oft spüren wir dann, dass wir uns eigentlich überhaupt nicht im Klaren darüber sind, was unsere Werte sind.
Worum geht es wirklich?
Es geht bei dieser Frage nicht um unsere Ziele. Es geht nicht ergebnisorientiert darum, wo wir ankommen möchten. Es geht um etwas viel Tieferes: Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Wofür möchte ich meine Überzeugungen einsetzen? Und habe ich überhaupt (noch) eigene Überzeugungen?
Selbst Menschen, die von sich sagen, sie hätten ganz bestimmte Werte, finden die Auseinandersetzung damit oft sehr interessant, weil sie plötzlich neue Türen öffnen kann.
Übernommene Werte und der Blick nach innen
Wenn wir genau hinschauen, stellen wir nämlich häufig fest: Viele dieser Werte haben wir von außen oder aus der Kindheit einfach übernommen.
Wie ich bereits in meinem Gedankenanstoß über das Thema Glück geschrieben habe, machen wir uns oft sehr abhängig von äußeren Ansprüchen. Und hier kommen die Werte ins Spiel. Es ist so wichtig, die eigenen Werte einmal zu überprüfen: Passen sie eigentlich noch zu mir? Was ist mir ganz persönlich wichtig, wenn ich mal alles ausklammere, was ich im Außen meine haben zu müssen – und was man in der Gesellschaft so sagt?
Wie wir mit uns selbst umgehen
Unsere Werte führen uns unweigerlich zu einer weiteren, sehr persönlichen Frage: Wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um? Und wie trete ich anderen gegenüber?
Die Erkenntnis aus diesen Überlegungen ist oft sehr berührend. Wir leiden manchmal darunter, dass wir uns von anderen nicht gut behandelt fühlen – doch wenn wir ganz ehrlich sind, behandeln wir uns selbst oft am allerschlechtesten. Oft sind wir unser eigener strengster Kritiker. Wir treiben uns an, werten uns ab und verzeihen uns wenig.
Aber wie können wir erwarten, dass die Welt uns mit Achtsamkeit und Wertschätzung begegnet, wenn wir uns im Inneren diesen Wert selbst absprechen? Zu den eigenen Werten zurückzufinden bedeutet deshalb immer auch, sich selbst wieder als wertvoll anzuerkennen und sich mit mehr Wohlwollen zu begegnen.
Den Blick weiten
Hier berührt mich einmal mehr die Philosophie hinter dem Qigong. Sie lädt uns ein, den Blick zu weiten, achtsam nach links und rechts zu schauen und nicht jede Norm, die uns vorgelebt wird, ungefragt als Wahrheit anzunehmen.
Wir dürfen hinterfragen, was für uns wirklich wichtig ist. Und oft stellen wir dabei fest, dass auch hier eine tiefgreifende Aussage des Qigong greift: Manchmal ist weniger einfach mehr. Ein sanftes Zurück zum Einfachen.
Es braucht keine endlosen Anforderungen an uns selbst, um ein gutes Leben zu führen. Es reicht völlig aus, sich auf wenige, aber dafür sehr echte und ehrliche Überzeugungen zu besinnen. Werte, die uns nicht einengen, sondern die uns tragen.
Begleitung auf deinem Weg
Wenn auch du mehr über deine Werte herausfinden möchtest und dir eine Begleitung auf diesem Weg wünschst, bin ich gerne für dich da.
Lass uns in einem kostenfreien Erstgespräch schauen, wie du wieder mehr Orientierung finden kannst.
